Für Jugendliche

Berufsorientierung – Was ist das?

Sich orientieren – laut Duden bedeutet dies, die Richtung zu finden oder sich in einer unbekannten Umgebung zurechtzufinden. Genau in dieser Situation befinden sich viele Jugendliche, die kurz vor oder nach ihrem Schulabschluss stehen, ihre individuelle Richtung suchen und sich in der unbekannten Umgebung der Berufswelt zurechtfinden müssen. Ein wichtiger Wegweiser bei dieser Suche ist das Bewusstsein für die eigenen Interessen, Stärken und Potentiale zu wecken. Hat man eine klare Vorstellung, in welchen Dingen man stark ist und welche Tätigkeiten einem Freude bereiten, kann eine Richtung eingeschlagen werden. Dem gegenüber stehen die Möglichkeiten des Arbeitsmarktes. Welche Möglichkeiten und Jobs gibt es, die eigenen Stärken und Interessen in der Arbeitswelt einzubringen? Unter Berufsorientierung verstehen wir den Kompass, der einem mithilfe der individuellen Potentiale und Möglichkeiten den Weg hin zu einem passenden Berufsbild leitet.

Berufsorientierung – Die größten Herausforderungen

Genau diese Passung zwischen den eigenen Stärken, Zielen und Potentialen auf der einen Seite sowie den Angeboten des Arbeitsmarktes auf der anderen Seite ist für viele eine Herausforderung. Berufsorientierung ist ein vielfältiger Prozess, der häufig schon in jungen Jahren beginnt, konkrete Vorstellungen von Berufsbildern können durch Eltern, Schule und das Sozialsystem geprägt werden. Aber was erwartet mich tatsächlich bei Job X oder Y? Welche alternativen Berufsbilder gibt es? Welcher Beruf passt am besten zu mir? Diesen und ähnlichen Fragen sehen sich junge Menschen kurz vor ihrem Schulabschluss gegenüber. Zusätzlich sind durch das Zeitalter der Digitalisierung viele neue Formen des Arbeitens sowie Jobprofile geschaffen worden, die es vor einigen Jahren noch nicht gab. Somit stehen eine gewisse Anzahl an Jobs zur Verfügung, die noch keinen großen Bekanntheitsgrad haben und bei der Berufswahl so nicht berücksichtigt werden. Und letztendlich kommt noch die Befürchtung hinzu, dass man den gewählten Beruf für den Rest seines Lebens ausüben muss, sodass die sowieso schon schwierige Entscheidung eine noch größere Tragweite bekommt.

Der Wertefabrik-Ansatz

Der Wertefabrik-Ansatz – Vorteile auf einen Blick

  1. Individueller und persönlicher Ansatz: Durch theoretische Modelle und ganz individuelle Fragestellungen lernen wir Dich mit Deinen Stärken und Potenzialen kennen.
  2. Gute Arbeit steht im Vordergrund (lieber ausgiebige Vorbereitungen/Überlegungen/Praktika als vorschnelle Entscheidungen).
  3. Wir binden die Eltern (und/oder Freunde und Verwandte) mit ein.
  4. Wir halten uns stets auf dem Laufenden bzgl. Zukunftstrends und Arbeitsmarktentwicklung.

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Wege in den Beruf

Nicht nur das „Was?“ beschäftigt Jugendliche nach ihrem Schulabschluss, sondern auch das „Wie?“. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, die ersten Schritte Richtung Berufswelt zu bestreiten. Dabei ist zunächst wichtig zu betrachten, welche Möglichkeiten für einen selbst bestehen (habe ich den benötigten Abschluss, um an einer Hochschule zu studieren oder eine bestimmte Ausbildung zu beginnen?). Für die Wahl des Berufsweges ist es außerdem essentiell zu wissen, wie man am besten erfolgreich lernt und was Spaß macht (lerne ich gerne theoretische Ansätze oder brauche ich Praxiserfahrungen, bei denen ich gleich etwas anwenden kann?). Eine Kombination der unterschiedlichen Lernmöglichkeiten ist ebenso denkbar wie eine Auszeit nach der Schule, um Berufs- oder Lebenserfahrungen zu sammeln. Um einen Überblick zu bekommen, haben wir die verschiedenen Möglichkeiten zusammengetragen:

Studium

Voraussetzung für ein Studium sind das Abitur oder Fachabitur. Hast Du das in der Tasche, kannst Du zwischen einer Vielzahl von Universitäten und Fachhochschulen mit den unterschiedlichsten Schwerpunkten und Zulassungsvoraussetzungen auswählen. Manche Berufsbilder wie zum Beispiel Arzt oder Anwalt sind sogar nicht ohne ein vorheriges Studium machbar.

Du bist an wissenschaftlichen Themen und Forschung interessiert und möchtest Dir vor dem Berufseinstieg so viel Wissen aneignen wie möglich? Dann solltest Du unbedingt über ein Studium nachdenken. Es bietet Dir darüber hinaus die Möglichkeit, in eine andere Stadt zu ziehen und mit vielen Gleichgesinnten in einen neuen Lebensabschnitt zu starten. Außerdem hast Du bis zu einem bestimmten Grad Freiheiten, den Studienverlauf und die Freizeit selbst zu gestalten. Allerdings gehört auf der anderen Seite auch ein gewisses Maß an Selbstdisziplin und Selbstorganisation für den erfolgreichen Abschluss eines Studiums dazu. Ob ein Studium das Richtige ist, ist oft auch eine Kostenfrage. Ohne eigenes Einkommen sind Studenten häufig finanziell von den Eltern abhängig, beziehen BAföG und/oder jobben nebenher.

Ausbildung

Du bist eher praktisch veranlagt und kannst Dir nicht vorstellen, Dich nach dem Schulabschluss direkt wieder einen Großteil Deiner Zeit am Schreibtisch zu verbringen? Du willst nach der Schule direkt Geld verdienen und nicht erst noch in Deine Zukunft investieren müssen? Dann könnte eine Ausbildung der richtige Berufseinstieg für Dich sein.

Eine Ausbildung dauert in der Regel 2,5 bis 3 Jahre. Du verbringst einen Teil Deiner Zeit im Betrieb und durchläufst dort meist verschiedene Bereiche. Den anderen Teil Deiner Arbeitszeit verbringst Du in der Schule, wo Du Berufs- und anwendungsbezogene Inhalte lernst, die Du im Betrieb anwenden kannst. Eine Ausbildung kannst Du in den verschiedensten Bereichen absolvieren. Allerdings muss Du auch berücksichtigen, dass im Betrieb und in der Berufsschule Anwesenheitspflicht herrscht und Du Dir Deine Zeit nicht so frei einteilen kannst. Viele Unternehmen verlangen für höhere Positionen ein abgeschlossenes Studium und generell sind die Einstiegsgehälter von Hochschulabsolventen höher als die einer abgeschlossenen Ausbildung. Diese Fakten solltest Du bei Deiner Wahl in den Berufseinstieg ebenfalls berücksichtigen.

Duales Studium

Das duale Studium gewinnt seit den letzten Jahren immer mehr an Popularität. Viele Hochschulen bieten neben einem klassischen Vollzeit Studium auch duale Studiengänge, vor allem in den Richtungen Wirtschaft, Technik oder Soziales, an. Studenten eines dualen Studienganges absolvieren einen Teil ihrer Ausbildung an einer Hochschule, den anderen Teil verbringen sie in einem Betrieb. So können bereits während des Studiums wertvolle Praxiserfahrungen gesammelt werden. Außerdem stehen die Chancen auf eine Übernahme nach dem Studium nicht schlecht, da der Betrieb viel Kosten und Mühen für einen dualen Studenten aufbringt – so werden zum Beispiel in der Regel eventuelle Studiengebühren übernommen und obendrauf gibt es noch Gehalt für den dualen Studenten. Wenn Du also direkt in die Praxis starten möchtest und trotzdem Wert auf einen hochschulischen Ausbildungsweg legst, dann ist ein duales Studium für Dich genau das richtige.

Allerdings musst Du auch bedenken, dass dieser Weg auch eine doppelte Belastung darstellt, da Studium und Praxiserfahrung hier zeitgleich erworben werden. Auch wer von Beginn an weiß, dass er eine wissenschaftliche Karriere anstrebt, sollte sich eher für ein Vollzeitstudium entscheiden, da beim dualen Studium die Praxis eine große Rolle spielt.

Erfahrungen sammeln

Mit der Berufswahl beginnt auch ein neuer Lebensabschnitt. Wenn Du erst einmal Lebenserfahrungen sammeln möchtest, bestimmte Bereiche kennenlernen willst oder Dir einfach eine Auszeit zwischen Schulabschluss und Ausbildungs- oder Studienstart vorstellen kannst, ist die Zeit zwischen den beiden Lebensabschnitten eine gute Gelegenheit, dies zu tun. Der Vorteil ist, dass Du Erfahrungen sammeln kannst, die Deine Vorstellungen eines bestimmten Berufswunsches bestätigen oder widerlegen. Oder Du nutzt die Zeit für etwas, das Du schon immer einmal ausprobieren wolltest. Oder Du gehst ins Ausland, um andere Kulturen kennenzulernen und gleichzeitig Deine Fremdsprachenkenntnisse aufzubessern. Oder, oder, oder…Wie Du siehst gibt es eine ganze Reihe an Möglichkeiten, für die es mittlerweile verschiedenste Angebote gibt.

Das Praktikum

Wahrscheinlich hast Du schon während Deiner Schulzeit ein oder mehrere Schülerpraktika für ein paar Tage oder sogar Wochen absolviert. Nun hast Du die Gelegenheit, Dir ein Praktikum für mehrere Monate zu suchen, um noch tiefere Einblicke in das Berufsbild gewinnen zu können. Je nachdem, wie viel Zeit Du hast, bietet es sich auch an nach einem zweiten Praktikum Ausschau zu halten, wenn Dich mehrere Berufsbilder interessieren. Häufig bekommst Du auch bereits eine kleine Vergütung. Du kannst Dir mithilfe eines Praktikums nicht nur einen guten Überblick über den Arbeitsalltag verschaffen, sondern auch erste, wertvolle Kontakte in der Berufswelt knüpfen.

Freiwilligen Dienste

Die wohl bekanntesten Freiwilligen Dienste sind das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) und der Bundesfreiwilligendienst (BFD). Wie der Name vermuten lässt, hast Du bei dieser Art der Tätigkeit die Chance, in sozialen Einrichtungen wie zum Beispiel Krankenhäuser oder Kindergärten Erfahrungen zu sammeln und verschiedene soziale Berufe besser kennenzulernen. Du unterstützt die Mitarbeiter sozialer Einrichtungen bei ihren täglichen Aufgaben und bekommst die Gelegenheit, dich weiterzubilden und Lebenserfahrungen zu sammeln.

Wenn Deine Interessen in Richtung Natur und Umwelt gehen, dann kannst Du alternativ ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) absolvieren. Durch dieses Format kannst Du Erfahrungen in Bereichen der Land- und Forstwirtschaft sowie Umwelt und Tierschutzzentren sammeln.

Work and Travel

Du möchtest nach der Schule erst einmal raus in die große, weite Welt? Du hast Lust, neue Leute kennenzulernen und Deine Fremdsprachenkenntnisse zu vertiefen? Dann ist vielleicht eine Auszeit im Rahmen eines Work and Travel Programms genau das Richtige für Dich. Du arbeitest gegen eine kleine Vergütung oder Kost und Logis zum Beispiel auf einer Farm in Australien, pflanzt Bäume in Kanada oder unterrichtest eine Fremdsprache in Südamerika. Es gibt die verschiedensten Möglichkeiten, solch einen Aufenthalt zu gestalten und zu finanzieren und so eine vollkommen neue Kultur für Dich zu entdecken.